Ebbe im Gesundheitsfonds: Zusatzbeiträge der Krankenkassen
Eine versagende Gesundheit kostet einen heutzutage Kopf und Kragen. Dieses unschöne Fazit zieht mancher, wenn er in den letzten Jahren die Entwicklung auf dem Gesundheitssektor verfolgte. Zukünftig werden die Kostenerhöhungen im Gesundheitswesen auf dem Rücken der Versicherten ausgetragen. Die Arbeitgeber zahlen einen festgelegten Anteil an der Krankenversicherung. Den Rest muss der Versicherte über Zusatzbeiträge und private Krankenzusatzversicherungen abdecken. Die Frage ist, wie viele Deutsche sich das überhaupt leisten können!
Ebbe und Flut
Der Ebbe in den Kassen des Staates und der Krankenversicherer steht die Flut der Nebenkosten für Gesundheit gegenüber. Bereits heute wird ein Teil der Kosten auf die Versicherten abgewälzt. Man zahlt Rezeptgebühren und vierteljährliche Praxisgebühren. Zahlreiche Leistungen und Hilfsmittel wurden bereits aus den Leistungskatalogen der gesetzlichen Krankenkassen herausgenommen. Bestimmte Erkrankungen werden nicht als solche anerkannt, folglich übernehmen die Kassen weder Diagnostik noch Therapie. Manchmal fragt man sich, warum man überhaupt noch in einer Krankenkasse ist. Kein Wunder, dass viele Deutsche einen Krankenkassenwechsel erwägen und zu einer privaten Krankenversicherung gehen. Der Übertritt wurde jetzt vom Gesetzgeber erleichtert. Bisher galt eine dreijährige Wartezeit – man musste drei Jahre in Folge eine Mindestverdienstgrenze überschreiten, um sich bei einer privaten Krankenversicherung anmelden zu können. Nun muss man den Betrag nur noch ein Jahr lang überschreiten. Wer bei einer privaten Krankenversicherung unterkommt, hat – abhängig vom Gesundheitszustand oder dem Eintrittsalter – wahrscheinlich höhere Beitragszahlungen zu leisten, kommt aber mit deutlich weniger Zusatzbeitrag aus.
Private Krankenversicherer
Erfolgt der Krankenkassenwechsel in jungen Jahren, in denen das Erkrankungsrisiko noch kleiner ist, kommt man sogar günstiger weg! Man bildet in jedem Tarif gewisse Altersrücklagen, muss aber mit den Jahren mit höher werdenden Beiträgen rechnen. Im Basistarif hat man Standardleistungen und Kostenübernahmen zu erwarten. Bei Zahnersatzleistungen zahlt man mehr zu als in den höheren Tarifen. In den höheren Tarifen kann man auch Einzelzimmer und Chefarztbehandlungen versichern lassen. Möglich sind aber auch Rückzahlungen bei nicht in Anspruch genommenen Leistungen.